Geschichte

Lassalle gilt als Brückenbauer
In Ronsdorf war der Arbeiterverein damals stark

(Red.) Im vorletzten Monat fand in Breslau das elfte Else-Lasker-Schüler-Forum statt. Im Programmheft findet sich ein Aufsatz des Ronsdorfer Historikers und Journalisten Kurt Schnöring, der unter anderem an die letzte große Rede Lassalles in Ronsdorf erinnert:

“Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – Einigkeit macht stark!’ – so lautet das Motto auf dem sozialdemokratischen Traditionsbanner, das an den wichtigen Schritt zur Organisation einer selbstständigen politischen Arbeiterbewegung 1863 durch Ferdinand Lassalle erinnert.

,Ich habe mir nie ein System gemacht, wie es kluge Frauen tun, nie eine Weltanschauung mir irgendwo befestigt, wie es noch klügere Männer tun’, bekannte Else Lasker-Schüler 1911 in einem Brief.

Dennoch: Ferdinand Lassalle, am 11. April 1825 in Breslau geboren, und die aus Wuppertal-Elberfeld stammende Else Lasker-Schüler, die am 11. Februar 1869 das Licht der Welt erblickte, haben trotz ihres unterschiedlichen Wirkens viel miteinander zu tun. Sie gelten als Brückenbauer zwischen Breslau und Wuppertal, obwohl Liegnitz und nicht Breslau seit 1993 mit Wuppertal städtepartnerschaftlich eng verbunden ist.
Ferdinand Lassalle fühlte sich im Wuppertal, der Hochburg seiner sozialdemokratischen Arbeiterbewegung, fast wie zu Hause in Schlesien.
Als Präsident des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) kam er wiederholt gern zu öffentlichen Kundgebungen, auf denen er mit großem Engagement seine Zuhörer für sozialistische Ideen warb – zuletzt am 22. Mai 1864 im heutigen Wuppertaler Stadtbezirk Ronsdorf. Seine Ansprache vor rund 2.000 Anhängern ist als ,Ronsdorfer Rede’ in die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung eingegangen.

Ronsdorf war damals ein Zentrum des Arbeitervereins, der dort 523 Mitglieder (von insgesamt 4.600 in ganz Deutschland) zählte. Wenn man davon ausgeht, dass Ronsdorf seinerzeit rund 8.000 Einwohner hatte, so gehörte immerhin jeder 16. Bürger dem Arbeiterverein, der Keimzelle der heutigen SPD, an.

Nur wenige Monate später, am 31. August 1864, starb der 39-jährige Ferdinand Lassalle nach einem Duell um eine Frau. Seine Ideen aber lebten weiter, und er selbst wurde zu einem Idol der Arbeiterschaft. Dass nun vom 12. bis 19. Oktober in Breslau im Rahmen der 300-Jahrfeier der Universität Breslau – an der Ferdinand Lassalle klassische Philologie, Philosophie und Geschichte studierte – das 11. Else Lasker-Schüler-Forum stattfindet, unterstreicht die Aussage, dass Else Lasker-Schüler und Ferdinand Lassalle eine Brückenfunktion zwischen Breslau und Wuppertal ausüben.”

Aus dem Ronsdorfer Sonntagsblatt am 19.12.2003

Vorsitzende der SPD Ronsdorf

Helmut Keunecke

bis 1974
Robert Günther

1974
Ernst-Ulrich Schumann

1974 – 1986
Karl-Ernst Dännart

1986 – 1992
Peter Stuhlreiter

1992 – 1995
Petra Kronenberg

1995 – 1998
Ingrid Rode

1998 – 2006
Eckhard Ebert

2006 – 2012
Andreas Bergert

2012 – 2016
Harald Scheuermann-Giskes

2016 – heute
Simon Geiß